Grünkohlessen des Bürgerbataillons elegant und zeitgemäß

Grünkohlessen des Bürgerbataillons elegant und zeitgemäß

Wenn Sie jetzt erwarten, dass wir Ihnen aufzählen, wie viel Kilogramm des gekochten Kohls man serviert hat und wer wie viele Würstchen gegessen hat, dann fassen wir das zusammen als: Es hat vorzüglich geschmeckt. So die einhellige Meinung, derer, die sich – nach all den Reden und dem Vorglühen im Foyer – endlich dem Essen zuwenden konnten. Und nichts macht einen Mann zufriedener, als ein gutes Essen in netter Gesellschaft. Wenn dann keine Frau nebenan sitzt, die auf Kalorien hinweist und „nimm die Serviette, Du kleckerst sonst“ meckert, sondern man sich im Kreis von guten Freunden, Kompaniemitgliedern und Bekannten befindet, dann ist das für die Herren schon ein sehr angenehmer Abend. So geschehen am Freitag, 28. Februar 2019 als im Rathaussaal in Bückeburg das traditionelle Grünkohlessen des Bückeburger Bürgerbataillons stattgefunden hat. Zum wiederholten Mal traf man sich im Rathaussaal und neben den Kompaniemitgliedern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und den Vertretern der benachbarten Bataillone waren natürlich auch Fans der „Lippischen Palme“ an diesem Abend zugegen. Und Adjutant Reiner Walter fragte zurecht in seiner Ansprache, „Haben Sie schon einmal so viele gut angezogene Männer gesehen?“, denn dem neuen Dresscode, den das Bürgerbataillon herausgegeben hat und mit dem man die Gäste gebeten hatte, sich dem Anlass entsprechend festlich zu kleiden, waren fast alle Anwesenden gefolgt. Die Antwort müsste übrigens lauten: „Ja, beim Bürgerschießen“, denn dort sind die Herren stets äußerst elegant gekleidet. Und das können Sie übrigens in diesem Jahr überprüfen, wenn Sie vom 21. – 25. August 2019 am Bürgerschießen teilnehmen möchten. Eine weitere Neuerung waren die runden Tische, die im oberen Bereich an der Balustrade aufgestellt waren. Dort saßen zum Beispiel die eingeladenen Herren der benachbarten Bataillone aus Obernkirchen (die in der nächsten Woche ebenfalls zu „Grünkohl mit leckerer Begleitung“ einladen), sowie dem Bataillon aus Minden, die in diesem Jahr ihr Freischießen vom 04. – 07. Juliveranstalten und ebenfalls herzlich dazu einladen. Auf die Frage, warum sie oben sitzen, scherzten die Obernkirchener, dass sie das auch nicht wüssten, man hätte sie einfach dort hingesetzt. Sie mussten aber zugeben, dass die Plätze sehr angenehm sind: Man(n) hat das Geschehen vom Logenplatz aus im Blick, es ist vom Platzangebot her bequem und die Lautstärke geringer, so dass man sich gut unterhalten kann. Auch der Grünkohl kam pünktlich und heiß auf die Tische, so dass sie es sich dort oben gemütlich machten. Dem Dresscode folgen die Nachbarbataillone übrigens gern, zeigen sie doch jedes Mal durch ihre farbigen Krawatten, zu welchem Ort sie gehören. Und ganz nebenbei flüsterte man mir zu, dass Bückeburg schon toll sei, allein von der Organisation her, aber in Obernkirchen käme das Essen schneller, denn „Bei uns gibt es nur einen Redner und der ist schnell fertig“. Die Herren sind also nicht nur sehr charmant, sondern haben auch Humor! Unten begrüßten derweil Sven Schnee und die „Bückeburger Jäger“ mit kräftiger Blasmusik die Anwesenden und sorgten dafür, dass auch die letzten Gäste sich setzten, damit Stadtmajor Martin Brandt endlich mit seiner Begrüßungsrede beginnen konnte. Sein wohlwollender Blick ging über die so elegant gekleideten Herren, die dem Anlass damit die entsprechend festliche Note verliehen und er dankte den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen. Natürlich begrüßte er einige Gäste persönlich, wie den amtierenden Bürgerschützenkönig André Davidovic, Marja-Liisa Völlers und Maik Beermann, die Kandidaten aus Berlin, den MdL Karsten Becker, Oberst Bodo Schütte vom internationalen Hubschrauberausbildungszentrum, die angereisten Gäste der Partnerstadt Zuidplas, die Pastoren Jan-Uwe Zapke und Rainer Diekmann, sowie Ulrich Hinz, Pastor aus Meinsen und Pressesprecher der Ev.-Luth. Landeskirche (und wir hoffen sehr, dass die Kombination Kirche/VfL noch einmal so ein großartiges Kirchenturnier veranstaltet! Wir von „Scarlett“ überbringen diesen Wunsch direkt von einer Gruppe Kinder, die diese Bitte geäußert haben), den Ehrenstadtmajoren, natürlich die Nachbarbataillone und ein besonderer Dank ging an das Team vom Ratskeller, für die Jennifer Mohme-Xhata einen Blumengruß entgegennehmen
konnte.

Sodann lud er ein zum Bürgerschießen 2019, welches ein weiteres Highlight in diesem Jahr sein wird und wies nochmals auf den Sinn dieser Veranstaltung hin, der darin begründet liegt, dass man gesellschaftliche Kontakte und Freundschaften pflegen möchte. Die große Nachfrage zeige zudemdie Beliebtheit und Attraktivität des Grünkohlessens. Gleichzeitig werde man auch in diesem Jahr wieder sozial schwache Familien unterstützen und während der Veranstaltung Spenden sammeln. Auch der Adjutant Reiner Walter begrüßte die anwesenden Gäste und als Vertreter der Stadt und in Vertretung des nicht anwesenden Bürgermeisters Brombach sprach sein Stellvertreter Peter Kohlmann ein paar Worte und wünschte einen wunderbaren Abend. Außerdem dankte er dem Stadtmajor und dem Bürgerbataillon für deren unermüdlichen Einsatz. An so einem Abend werden einige Reden gehalten, aber lassen Sie es mich so zusammenfassen: „Herzlich Willkommen und einen schönen Abend!“ Und den hatten die Herren und vereinzelten Damen auf jeden Fall: Schüsseln mit Grünkohl, Schalen mit Kartoffeln und natürlich Wurst und Fleisch leerten sich schnell, so dass die Küche immer wieder mit Nachschub kommen musste. Gleichzeitig war an diesem Abend natürlich die Handball WM ein großes Thema, dass man auf vielen Tischen aufgestellte Mobiltelefone sah, auf denen das Spiel Deutschland-Norwegen übertragen wurde. Sofern man sich trotzdem die Frage stellt, warum sich so eine Veranstaltung einer derartigen Beliebtheit erfreut, dass man sie eigentlich gar nicht mehr bewerben müsste, da die Karten sowieso schnell vergriffen sind, dann lassen Sie es mich so sagen: Das Thema „Netzwerk“ ist in der heutigen Zeit sehr präsent. Und gerade die sozialen Medien verzeichnen viele Nutzer, die sich im großen „World Wide Web“ vernetzen und so neue Kontakte schließen. Nur, was nützen einem 5.000 Facebook-Freunde, wenn man Hilfe benötigt oder sich anderweitig austauschen möchte? Das kleinste Netzwerk sollte deshalb immer die Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Kollegen und dergleichen sein. Dieses persönliche Netzwerk vor Ort ist unabhängig vom Internet, von W-Lan und Mobilfunknetzen. Durch persönliche Kontakte verschafft man sich Ansprechpartner, denen man auf Augenhöhe begegnet und mit denen man sich – oftmals auf dem kleinen Dienstweg – austauschen und gegenseitig hilfreich zur Seite stehen kann. Ob das im Büro unter Kollegen, im Verein, auf dem Sportplatz oder eben bei einem Grünkohlessen ist, spielt dabei keine Rolle. Und das machen sich auch die jungen Leute bewusst, die gern an diesem Essen teilnehmen, so dass immer neue Kontakte entstehen und sich ein persönliches Netzwerk vor Ort gestaltet. Deshalb wird diese Tradition des Grünkohlessens auch noch in Jahrzehnten bestehen, weil sich diese Veranstaltung um neue Teilnehmer nicht sorgen muss. Und so gehört der Januar traditionsgemäß den Grünkohlessen, die vielerorts veranstaltet werden und die – wie in Bückeburg – immer zufriedene Gäste zurücklassen, die in gemütlicher Atmosphäre und einem guten Essen die Möglichkeit von dem Festigen bestehender und dem Kennenlernen neuer Bekanntschaften nutzen. So gut vernetzt starten wir in ein Jahr mit einigen großen Veranstaltungen und zeigen Ihnen in der Galerie, wie elegant die Herren gekleidet waren, dass das Essen wirklich ausgesprochen lecker war und das zudem eine fabelhafte Stimmung herrschte, die den Abend so besonders machte. Und als Abschluss sei gesagt, dass durch die großzügigen Spenden der Gäste fast 2.000 Euro zusammengekommen sind, die zu einer glatten Summe durch das Bürgerbataillon Bückeburg aufgerundet werden.
Herzlichen Dank allen Spendern!

Sabine Christel, Scarlett-Magazin.de, Februar 2019